Ratten: Allgemeine Informationen

 

Biologische Zuordnung:                                                                        

Gattung:                             Nagetiere
Art:                                      Wanderratten
 Unterart:                            Farbratten

 

Daten:

Diese Daten sind alles nur Durchschnittswerte. Natürlich kann jedes einzelne Tier andere Angaben haben ohne krankhafte Veränderungen.

Durchschnittsalter :        ca. 1,5-2,5 Jahren
Größe:                               etwa 22-26cm Länge ohne Schwanz
Gewicht Weibchen:        200-400g
Gewicht Männchen:      250-650g

Das Rudelleben:                                             

 Ratten leben normalerweise in großen Rudeln, von bis zu hunderten von Tieren, zusammen. Deshalb müssen sie auch in der Heimtierhaltung mindestens zu dritt, besser aber noch in größeren Gruppen gehalten werden. Ich empfehle euch immer mindestens vier oder mehr Tiere. Dies hat auch den Vorteil, dass bei dem plötzlichen Tod einer Ratte keine unschöne Paarhaltung entsteht. Eine Paarhaltung von Ratten geht häufig nicht lange gut. Oft fangen nach einiger Zeit Kämpfe an. Größere Rudel sind im Allgemeinen verträglicher und eingespielter als kleinere Rudel. Egal ob kuscheln, putzen, spielen, toben oder sich rangeln, alles ist im großen Rudel für Ratten schöner. Rudelhaltung bedeutet aber auch, dass sie nicht sofort neue Ratten aufnehmen. Um neue Ratten mit in ein Rudel aufzunehmen, benötigt es eine Integration. Selbst nach der eigentlichen Integration kann es einige Zeit dauern, bis das Rudel alle Rangfolgen geklärt hat.

Konstellationen: Natürlich sollten, um Nachwuchs zu vermeiden, nur gleichgeschlechtliche oder kastrierte Tiere im Mischrudel gehalten werden. Auch Böcke können, anders als bei den Farbmäusen, problemlos unkastriert zusammengehalten werden.
Meist werden in Mischrudeln die Männchen kastriert. Der Eingriff beim Männchen ist durch die außen liegenden Hoden einfacher und schneller durchzuführen. Natürlich sollten vor der OP die Risikofaktoren abgewogen werden. Hier muss jeder für sich entscheiden, ob er das(,) auch heutzutage noch vorhandene(,) Narkoserisiko in Kauf nehmen möchten. Heutzutage ist das Risiko durch Fortbildungen und bessere Technik (reine Inhalationsnarkose) natürlich viel geringer als früher. Die häufigste Problematik ist dabei wahrscheinlich die Infektion durch das Belecken und Knabbern an der Wunde oder durch das Reagieren auf das verwendete Nahtmaterial. Erfahrene Tierärzte beraten dich bestimmt gerne im individuellen Fall. Nach einer Kastration sollte die nötige Kastrationsfrist eingehalten werden, um eine Deckung der Weibchen durch den letzten „goldenen Schuss“ zu vermeiden.

 

Zeichnungen, Dumbo & Felltyp:
In der Rattenwelt gibt es viele Fellfarben und Zeichnungen. Aber auch Felltypen wie Rex oder Harley findet man immer häufiger. Auch die Augenfarben können unterschiedlich sein. Albinotische Augen ohne Pigmente (erscheinen Pink) und schwarze Augen sind wohl die bekanntesten. Genauso können auch die Ohren unterschiedlich aussehen. Bei der Dumboform richten sich die Ohren rundlich nach außen. Die Normalform hingegen ist gefaltener nach oben gerichtet. Welche dieser Merkmale man bevorzugt ist jedem selbst überlassen. Die Tiere zeigen aber keine anderen Verhaltensweisen aufgrund der Ohrform, Farbe oder Zeichnung auf. Sie können alle gleich lieb oder ängstlich sein.


Das Gewicht:
Ob eine Ratte zu viel oder zu wenig wiegt kann nicht ausschließlich anhand des Gewichts beurteilt werden. Oft muss das Tier dafür betrachtet werden. Die Rippen sollten leicht spürbar sein aber nicht knöchern sein. Der Schwanzansatz sollte rund und nicht eckig sein. Sind die Knochen und Rippen extrem herausstehend und der Schanz eckig, ist das Tier zu dünn. Sind die Rippen nicht mehr zu spüren, hat das Tier Speckfalten oder der Bauch schleift beim Laufen in normaler Haltung über dem Boden, ist das Tier eindeutig zu dick. Als Halter lernt man schnell anhand der Rumpfform zu erkennen, ob das Tier ein normales Gewicht hat. Auch das mindestens monatliche wiegen kann einen extremen Gewichtsverlust verdeutlichen.

 

Sinnesorgane:

Nase:                 Auch der Geruchsinn der Ratten ist sehr gut. Sie nehmen ihre Umwelt sehr genau wahr und können Gerüche gut unterscheiden. Mit Urintropfen (oder Tröpfchen) markieren sie sich ihr Revier und entwickeln auch einen Rudelgeruch.

Augen:              Ratten haben seitlich am Kopf angeordnete Augen. Dadurch haben sie einen guten Rundumblick, aber auch gleichzeitig schwaches räumliches Sehen. Sie sehen durch die vielen lichtempfindlichen Stäbchen sehr gut bei nur schwachem Licht. Farben sehen Ratten nicht in dem Umfang wie wir Menschen, sie nehmen z. B. rotes Licht nicht wahr. Dafür aber können sie, anders als wir Menschen, UV- Licht sehr (gut) sehen.

Ohren:              Ratten haben ein sehr gutes Gehör. Ihre Ohren sind frei (besser: unabhängig) voneinander beweglich und können Töne im Ultraschallbereich wahrnehmen. In diesem Ultraschallbereich spielt sich auch ihre akustische Kommunikation ab.


 

Andere Organe

Zähne & Mund: Ratten haben ständig nachwachsende Vorderzähne. Diese nutzen sich durch fressen, nagen und sogenanntes knirschen/knuspern selbst ab. Die Vorderzähne haben einen gelb-orangenen Zahnschmelz. Sind die Vorderzähne unnatürlich hell kann es an einer Mangelernährung liegen, am besten einen Tierarzt aufsuchen. Ihre Backenzähne wachsen hingegen nicht nach.

Füße:                Nicht erschrecken  Ratten haben an ihren Vorderfüßchen nur vier ausgeprägte Zehen. Hinten haben sie hingegen 5 Zehen.

Schwanz:      Der Schwanz der Ratte ist eine Verlängerung der Wirbelsäule und mit vielen Schuppen und Härchen überzogen . Er wird zur Regulation der Körpertemperatur und zum Halten vom Gleichgewicht benutzt. Daher gilt auch: Niemals eine Ratte am Schwanz hochheben oder festhalten!